Archiv für die Kategorie ‘Pflanzen’

Brennessel

Dienstag, 24. Februar 2009

brennessel_webGattung

Urtica spec.
(Urtica dioica – Große Nessel /Urtica urens – Kleine Nessel)
Urticaceae

Standort, Vorkommen

Die Nesselarten sind sehr häufig und wachsen bevorzugt in der Nähe von menschlichen Siedlungen in Gärten, an Zäunen, Grabenrändern, auf Schuttplätzen, an Wegrändern…

Inhaltsstoffe

Kieselsäure, Gerbstoffe, Amine (Histamine), Ameisensäure, Essigsäure, Mineralstoffe, Carotinoide, Flavonoide, Vitamine

Verwendung in der Küche

Die Blätter und die jungen, bis 20cm langen Sprossen, von April bis Juni zu Spinat, als Bierwürze, in Ausbackteig, getrocknet als Würze zu diversen Speisen, zu Kräuterkäse, zu Frischsaft, zu Eierspeisen, zu Kräutersauce, zu Gemüsegerichten, fein gehackt zu Salaten, als Brotbelag, zu Kräuterbutter oder als Tee.

Grünen Samen von Juli bis August als Brotbelag oder geröstet.
Samen von August bis Oktober als Trockengewürz oder zu Wein.

Insbesondere die Brennesselsamen, oder besser –früchte, enthalten sehr viele Eiweiße, Schleime, fettes Öl, Carotinoide und Chlorophylle und schmecken lecker in Müsli´s und Suppen oder über den Salat.

Verwendung in der Volksmedizin

Für Hippokrates, den berühmtesten Arzt der Antike, war die Brennessel die wichtigste Pflanze zur Blutreinigung. Heute ist wissenschaftlich nachgewiesen, was die alten Ärzte verschrieben und was in der Volksmedizin immer angewendet wurde. Brennessel ist eine der wichtigsten Heilpflanzen zur Vermeidung von Blutarmut und Eisenmangel, ein Vitalisierungsmittel für Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen, Darm und Galle. Sie wird zur Vorbeugung von Nierenerkrankungen genommen, sie hilft bei Harnwegsinfekten und bei Prostatavergrößerung, weil der Harnfluß verbessert und die Restharnmenge vermindert wird. Brennessel treibt die Harnsäure aus dem Körper, deshalb wird sie auch von Gicht- und Rheumakranken geschätzt. Auch zur Durchblutungsförderung wird die Brennessel gerne eingesetzt.

Scharbockskraut

Dienstag, 24. Februar 2009

scharbockskraut_webGattung

Ranunculus ficaria
Hahnenfußgewächse Ranunculaceae

Standort, Vorkommen

Anzutreffen bei feuchten Wiesen, Gebüschen, Hecken oder lichten Laubwäldern und an Laubwaldrändern im Frühling.

Inhaltsstoffe

Vitamin C, Anemonin, Ptotoanemonin, Gerbstoffe, Saponine

Verwendung in der Küche

Blätter, Blütenknospen, Brutknöllchen

Die ersten Blättchen findet man an geschützten Stellen bereits Anfang Februar, bei mir höchstens Anfang März. Man kann sie bis in den April verwenden, danach beginnen die Blätter gelb zu werden und ab Mai findet man sie nicht mehr.
Das Scharbockskraut ist im zeitigen Frühjahr oft die erste Grünpflanze, die in großen Massen auftritt. Die Blätter des Scharbockskrautes bilden manchmal ganze Teppiche.
Nach den glänzenden Blättern erscheinen gelbe Blüten, die dem Blätterteppich ein fröhliches Leuchten hinzufügen.
Es ist besser, die Blätter in der Zeit vor der Blüte zu pflücken, damit man nicht zuviel Alkaloide aufnimmt. Hier und da wird berichtet, dass es beim Verzehr größerer Mengen zu Schleimhautreizungen kommen kann.

Verwendung in der Volksmedizin

Die Blätter des Scharbockskrautes haben gegen Frühjahrsmüdigkeit und Vitamin C Mangel eine wunderbare Wirkung.
Früher nannte man das Scharbockskraut auch Skorbutkraut, weil man damit Skorbut, die typische Seefahrerkrankheit, bei der am Ende alle Zähne ausfallen, heilen konnte.
Hildegard v. Bingen kurierte ganz andere Beschwerden damit: Gegen Hämorrhoiden und schmerzhafte Feigwarzen sowie andere Erkrankungen der Hoden. „Das kraut und wurzel grün zerstoßen und übergelegt, heylt und vertreibt feigblatern“ schreibt auch einige Hundert Jahre später Leonhardt Fuchs.

Schmalblättriges Weidenröschen

Dienstag, 24. Februar 2009

WeidenröschenGattung

Epilobium angustifolium
(Nachtkerzengewächse, Onagraceae)

Standort, Vorkommen

Rohbodenpionier, frische Waldschläge, Dämme, Schutthalden

Inhaltsstoffe

Gerbstoffe, Vitamin c, Eisen und andere Mineralstoffe

Verwendung in der Küche

junge Sprossen, Blätter, Blüten zu Gemüse, Salat, Tee, Dekoration…

Weidenröschensprossen findet man von April bis Mai. Sie haben ein spargelartiger Aroma und schmecken am besten, wenn die Blätter noch wie ein Schopf am Ende des Sprosses sitzen. Sie werden am besten frisch verwendet, lassen sich aber auch einfrieren.
Blätter werden bis zur Blütezeit gesammelt, denn danach werden sie immer bitterer im Geschmack. Weidenröschenblätter schmecken kräftig mit etwas pfeffrigen Nachgeschmack. Als Wildgemüse verwendet man die Blätter frisch.
Mit den süßlich schmeckenden Blüten des Weidenrösschens lassen sich nicht nur Kuchen wunderschön verzieren, sondern auch Salate, Suppen und Süßspeisen.
Für Tee kann man Blätter, zusammen mit Blüten an einem luftigen und warmen Ort auch trocknen.

Verwendung in der Volksmedizin

Traditionell wird das Weidenröschen eingesetzt bei:
Prostatavergrösserung und -entzündung, Blasenerkrankungen und Nierenerkrankungen sowie Nierenunterfunktionen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben diese Heilwirkung bewiesen, sagen die einen Quellen, wurde nicht bewiesen sagen die Anderen.

Interessantes

Eine so auffällig schöne Staude, die dazu noch wollige Samen in großen Mengen ausbildet, bezeichnete man früher als „Maria Bettstroh“ und band sie in den Kräuterstrauß der zu Maria Lichtmeß in der Kirche geweiht wurde. Brachte man sie danach ins Haus, erhofften sich die Menschen Schutz vor Blitz und Donner.
In manchen Indianer-Stämmen Nordamerikas benutzten die Schamanen das Weidenröschen zusammen mit anderen Pflanzen zum Räuchern oder Rauchen, um in eine Trance zu geraten, die ihnen bei der Heilung von Krankheiten helfen sollte.